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Die Geschichte des Kiel-Kanals

Der Nord-Ostsee-Kanal hat eine lange und interessante Geschichte, die bis in Bismarcks Zeiten zurückreicht. Hier erfahren Sie, wie der Bau begann und welche Erweiterungen später vorgenommen wurden und noch geplant sind. Mit historischen Fotos!

Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal

Schleusen am Nord-Ostsee-Kanal

Der Kiel-Kanal muss gegen Schwankungen des Wasserstandes geschützt werden. Daher wurden in Brunsbüttel und Kiel-Holtenau zur Sicherheit Schleusen erbaut, die über zwei kleine und zwei große Schleusenkammern verfügen. Eine fünfte Kammer ist im Bau.

Hochbrücke Rendsburg über den Nord Ostsee Kanal

Die Brücken, Tunnel und Fähren

Um den übrigen Verkehr am Nord Ostsee Kanal nicht zu behindern, gibt es insgesamt 10 Hochbrücken, 2 Tunnel und 14 Fähren, davon eine Schwebefähre. Auf der folgenden Seite stellen wir Ihnen etliche dieser imposanten Bauwerke vor.

Ferrienwohnungen und Raddampfer Nord-Ostsee-Kanal

Tourismus am Nord-Ostsee-Kanal

Es gibt vielfältige touristische Angebote am Nord-Ostsee-Kanal. Wir stellen Ihnen viele davon vor und empfehlen Ihnen schöne Unterkünfte direkt am Kanal.

Kiel Kanal – Nord Ostsee Kanal - die Fakten

Der Kiel-Kanal, auch Nord-Ostsee-Kanal bzw. im internationalen Sprachgebrauch Kiel Canal genannt, gehört zu den meistbefahrenen künstlichen Wasserstraßen der Welt. Der 98,637 Kilometer/53,3 Seemeilen lange Kanal verbindet die Nordsee ab der Elbemündung bei Brunsbüttel mit der Ostsee bei Kiel. So werden schnelle Schiffsverbindungen zwischen Skandinavien, Russland, den Staaten des Baltikums und den Nordseehäfen sowie den wichtigsten weltweiten Schifffahrtsrouten möglich.

Treibstoff, CO2 und Zeit sparen

Wieviel Treibstoff, CO2 und Zeit jedes einzelne Schiff durch die Nutzung des Nord-Ostsee-Kanals spart, hängt von der konkreten Route ab. Doch es gibt interessante Durchschnittswerte. Ohne den Kiel-Kanal müssten die meisten Schiffe einen Umweg um die Kimbrische Halbinsel (Jütland) durch Nordsee, Skagerrak und Kattegat fahren. Der Kanal erspart den Schiffen durchschnittlich 463 Kilometer (250 Seemeilen) Weg.

Doch die Ersparnis ist in einigen Fällen noch viel größer. Schiffe, die von Dover nach Kiel verkehren, sparen sogar 682 Kilometer bzw. 368 Seemeilen gegenüber der Skagen-Route ein. Es gibt viele weitere Beispiele, bei denen schnell klar wird, warum Schiffe den Weg durch den Nord-Ostsee-Kanal bevorzugen, obwohl die Passage auch rund 8 Stunden dauert.

Rund 30.000 Schiffe passieren den Kiel-Kanal pro Jahr und transportieren dabei ungefähr 88 Millionen Tonnen Ladung. Hinzu kommen rund 10.000 Sportboote. Um den gewaltigen Wasserverkehr zu bewältigen, muss die Technik nicht nur gewartet, sondern auch erweitert und modernisiert werden.

Wegerecht für den Nord-Ostsee-Kanal

Der Kiel Kanal wird als Bundeswasserstraße geführt. Zuständig ist demnach die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes (WSV), die zum Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur gehört. Für den Nord Ostsee Kanal sind konkret die Ämter WSA Kiel-Holtenau und WSA Brunsbüttel zuständig.

Das Wasserwegerecht ist im Bundeswasserstraßengesetzes (WaStrG) geregelt. Demnach gehören unter anderem „die Seewasserstraßen in Gestalt der Küstengewässer sowie dem allgemeinen Verkehr dienenden Binnenwasserstraßen des Bundes“ zur den Bundeswasserstraßen.

Verkehrsrecht auf dem Nord Ostsee Kanal

Verkehrsrechtlich gilt im Nord-Ostsee-Kanal die Seeschifffahrtsstraßen-Ordnung. Der Kiel-Kanal wird von zahlreichen Schiffen und Sportbooten ganz unterschiedlicher Größenordnungen befahren, sodass sehr detaillierte Verkehrsvorschriften nötig sind. Alle Schiffsführer müssen ihr Fahrzeug für die Passage anmelden, während das Schleusenpersonal dafür verantwortlich ist, den Tiefgang des Schiffes festzustellen.

Welche Schiffe dürfen den Kiel Kanal passieren?

Der Kiel-Kanal kann von Sportbooten und Schiffen bis zu einer Länge von maximal 235 Meter bei einer Breite von 32,5 Meter befahren werden. Beim Erreichen der Maximalmaße darf das Schiff allerdings höchstens 7 Meter Tiefgang haben, während bei kleineren Fahrzeugen mehr Tiefgang erlaubt ist. Die zulässige Mastenhöhe beträgt 40 m über dem Wasserspiegel. Sport- und Freizeitboote dürfen den Kielkanal nur tagsüber und bei guter Sicht nutzen.

Wie ist die zulässige Höchstgeschwindigkeit im Nord Ostsee Kanal?

Fahrzeuge, Schub- und Schleppverbände mit den Abmessungen der Verkehrsgruppen 1-5 dürfen mit einer Geschwindigkeit von 15 km/h (8,1 kn) im Kanal unterwegs sein. Für Fahrzeuge, Schub- und Schleppverbände mit den Abmessungen der Verkehrsgruppe 6 oder mit einem Tiefgang von über 8,5 m gilt die Höchstgeschwindigkeit von 12 km/h (6,5 kn).

Sechs Verkehrsgruppen für eine sichere Passage des Nord-Ostsee-Kanals

Um gefährlichen Manövern und unzulässigen Begegnungen vorzubeugen, teilt das zuständige Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt die in der Passage befindlichen Schiffe abhängig von ihrer Größe in 6 Verkehrsgruppen ein. Das ist notwendig, weil der Kanal nicht an allen Stellen breit genug ist, damit Schiffe jeglicher Größenordnung sich gefahrlos begegnen können. Dabei werden die maximale Länge, Breite und der Tiefgang der Schiffe auch zueinander ins Verhältnis gesetzt, um die korrekte Einteilung vorzunehmen. Die Verkehrsgruppen finden Sie auf der Webseite der Kieler Behörde. Dort gibt es auch ein Merkblatt für Freifahrer und eine Liste der Signale, die jedes Schiff im Nord-Ostsee-Kanal zeigen muss.

Grob gesagt dürfen kleine Segel- und Motoryachten, die zur Verkehrsgruppe 1 zählen, den Kanal tagsüber als sogenannte Freifahrer durchfahren.

Ab Verkehrsgruppe 2 bzw. einem Tiefgang von 3,1 Metern gilt Lotspflicht, wobei es in den Gruppen 2 und 3 Ausnahmen geben kann.

Größere Schiffe werden zur Nutzung von Lotsen und teilweise auch zu spezialisierten Kanalsteurern verpflichtet. Die Anzahl der Kanalsteurer hängt wiederum von der Schiffsgröße ab. In einigen Fällen wird auch ein Schlepper hinzugezogen, um Havarien zu vermeiden.

AIS-Geräte sind Pflicht

Jedes Wasserfahrzeug im NOK muss mit einem AIS-Gerät (Automatisches Schiffsidentifikationssystem), ausgerüstet sein. Ausnahmen gibt es nur für kleine Sportboote. In begrenzter Menge kann man transportable Geräte an der Schleuse gegen eine Gebühr ausleihen. Die Geräte geben während der Fahrt diverse Daten ab, die zur Verkehrslenkung im Kiel-Kanal unbedingt benötigt werden.

Die Verkehrszentrale des NOK regelt den Verkehr

Die Verkehrszentrale des Nord Ostsee Kanals greift auf ein umfassendes Informationssystem zurück, um den Verkehr im NOK zu regeln. Dazu werden Radardaten, Informationen von den AIS-Geräten, UKW-Funk, Wetterdaten, Weichensignale am Kanal und Signale für das Einlaufen in die Schleusen ausgewertet bzw. genutzt.

Während sich kleine Boote überall im Kanal problemlos begegnen können, funktioniert das bei größeren Schiffen nur an den dafür vorgesehenen Ausweichstellen. Um Havarien zu vermeiden, ist also eine permanente Verkehrslenkung nötig.

Anhand der Daten erstellt die Verkehrszentrale eine Prognose, wann und wo sich Schiffe voraussichtlich begegnen werden. Ob die Begegnung gefahrlos und zulässig ist, wird mit der Begegnungsziffer ermittelt. Dazu addiert man die Verkehrsgruppen der beiden Schiffe, die sich bald begegnen werden. Je nach Stelle im Kanal sind Begegnungen mit Summen zwischen 6 und 8 möglich. Allerdings ist die Summe oft größer als diese Werte. Dann dürfen sich die Schiffe nur an einer Weiche begegnen. Das sind Ausweichstellen, die auch den größten Schiffen die Möglichkeit bieten, sich gefahrlos zu begegnen. Die Verkehrslenker achten darauf, dass die Schifffahrsampeln den Verkehr so regeln, dass eins der Schiffe in einer Weiche warten muss während das andere die Stelle passiert.

Kommunikation mit der Verkehrszentrale

Die Schiffsführer müssen stets mit der Verkehrszentrale des NOK in Verbindung bleiben, um eine reibungslose Passage zu ermöglichen. Dazu dient in der Regel eine UKW-Sprechverbindung (UKW Kiel-Kanal 4). Sportbootführer können die Schleusenmeister auch per Telefon erreichen. Das ist unbedingt notwendig, denn die Verkehrszentrale gibt Verkehrsinformationen sowie Hinweise und Warnungen bezüglich des Kanalverkehrs. Die Mitarbeiter befinden sich im Schleusenleitstandsgebäude des WSA Brunsbüttel.

Foto oben: Erich Westendarp, Pixabay

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